Fabric Frugalism – der Gedanke zählt?

2020 schrieb ich das erste Mal über meine Fabric Frugalism Idee. 2022 gab es ein Update und ich war sehr optimistisch, dass 2022 der Wendepunkt in meinem Stoff Konsum Verhalten sein wird.

Tja, tatsächlich wendete sich Ende 2022 mein Leben mal wieder, doch leider führte es auch dazu, dass ich im Jahr 2022 viel weniger genäht habe, als die Jahre zuvor.

Und hin und wieder, wenn ich in Städten war, wo ich gute Stoffquellen kannte, ja, dann setzte der Kauftrieb ein und bei der „einmaligen Gelegenheit“ mussten dann auch immer mal ein paar Meter mit. Immerhin aber weniger Meter als die Jahre zuvor.

Erfolge im Stoffabbau

Was ich 2022 wirklich gut schaffte, war der Stoffabbau im Bereich Reststücke von Bekleidungsstoffen. Hier half es, dass etliche Freundinnen Kinder bekamen und ich routiniert im Nähen vom Pumphosen und Kindermützen wurde. Ich probierte auch ein paar andere Schnittmuster aus und musste nur ab und an etwas Bündchen dazukaufen.

Außerdem hatte ich auch eine großartige Idee, die zwar keine Stoffreste reduziert, aber eine tolle Verwendung dafür ist. Für mein Wohnzimmer nähte ich einen kleinen Pouf, den ich dann mit Stoffresten füllte.

So habe ich im Wohnzimmer eine zusätzliche Sitzgelegenheit, die auch mal als Yogakissen dient, oder wo ich die Füße drauf hochlegen kann. Und die Stoffreste landen nicht im Schredder, sondern tun mir noch etwas Gutes.

„Stoffe nur im Urlaub kaufen“ – Motto 2023

Nun ist bereits Januar 2024. Und im letzten Jahr habe ich wenig aufgeschrieben, aber ich ging mit einem Vorsatz in das Jahr 2023.

„Stoffe kaufen ist nur im Urlaub erlaubt“ – ein Vorsatz, der mit seiner klaren Anweisung auch viele Monate gut funktionierte. Und da ich 2023 auch sehr viele Urlaube gemacht habe bei denen ich absolut keine Möglichkeit hatte Stoffläden zu besuchen, war das im Jahr 2023 ein starker Einschnitt meines Konsums und ein Schritt auf dem Weg des Fabric Frugalism.

Erst zu Ende des Jahres hin wurde ich mal wieder schwach, als ich im Stoffladen eigentlich nur Zubehör kaufen wollte. Die Monate davor hatte es sehr gut funktioniert, einfach andere Aktivitäten zu planen und die Stoffläden zu meiden. Ich kann bestätigen, was Suchtexperten empfehlen: in der ersten Phase gilt es alle Gelüste zu vermeiden. Bis man so weit stabilisiert ist, dass man gesunde Verhaltensweisen erlernen kann.

„use“ – das Leitwort für 2024

Und in dieser Phase bin ich jetzt. 2024 – das Jahr in dem ich versuche einen gesunden Umgang mit der Stoffsucht zu finden. Und das Jahr in dem ich mir keinen Vorsatz gebe, sondern ein Leitwort. Das Wort für 2024 ist bei mir „use“. (Der Trend mit dem Leitword kommt aus dem englischsprachigen Raum und daher fand ich es auch passend ein englisches Wort zu wählen).

Außerdem kam das Wort „use“ total natürlich in meine Gedanken. „Use what you have“ – bedeutet für mich

  • verbrauche, was du bereits besitzt
  • gebrauche deine Werkzeuge
  • nutze deine Fähigkeiten

Ich habe mich inzwischen so weit reflektiert, dass ich weiß, wann ich schwach werde. Nämlich immer in dem Moment, wo ich denke, dass ich so eine Stoffqualität/ so eine Farbe/ dieses Muster und das zu einem tollen Preis!!! – NIE WIEDER finden werde.

In diesen Momenten hilft mir nun hoffentlich mein vor ein paar Jahren gehörtes Mantra

„There is always more fabric“

Helen & Caroline https://lovetosewpodcast.com

Es wird immer wieder neue solcher Schätze geben. Und je älter ich werde, desto realistischer werde ich, welche Stoffmenge ich im Jahr überhaupt verarbeiten kann. Die Zeiten in denen ich ein ganzes Wochenende durchgenäht habe, sind seltener geworden. Ich habe neue Hobbies dazugewonnen oder wiedergefunden, neue Menschen im Leben mit denen ich Zeit verbringen möchte. Und ja, ich reise nun auch gern mit dem Rad und nur einer Gepäcktasche – das limitiert ungemein, schafft aber auch unheimlich tolle Erlebnisse.

Ich habe nicht mehr das Bedürfnis ständig etwas Neues zu produzieren. Ich erfreue mich auch daran das mehrfach zu tragen, was ich bereits genäht habe.

Der Fabric Frugalism und mein geändertes Konsumverhalten ermöglichen mir ein Leben, was vielfältiger und nachhaltiger ist.


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